Juli 03, 2017

Rapsmanagement in Dänemark

Derzeit behandeln die meisten dänischen Landwirte Winterraps mit Vorauflaufherbiziden. Aber Jens Erik Jensen, agrarwissenschaftlicher Senior-Berater am dänischen technischen Institut SEGES, meint, dass der Landwirt mit einer Nachauflaufbehandlung weniger Arbeit hätte und zu einem Zeitpunkt behandeln könnte, wenn die Unkräuter sichtbar sind, sodass er je nach vorhandener Flora das beste Herbizid und die richtige Aufwandmenge auswählen und dadurch den Herbizideinsatz optimieren könnte.

Interview mit Jens Erik Jensen, agrarwissenschaftlicher Senior-Berater am technischen Institut SEGES.

  • Wie wichtig ist Raps in Dänemark?

Er ist ein wichtiger Bestandteil unserer Fruchtfolgestrategie. Von den 2,6 Millionen ha Ackerland in Dänemark entfallen 175.200 ha auf Raps (174.000 ha Winterraps und 1.200 ha Sommersorten). In den letzten fünf Jahren lag der durchschnittliche Rapsertrag bei 39 dt/ha.  Raps ist besonders wichtig, weil er als Vorfrucht von Getreide angebaut wird. Er vereinfacht das ganze Jahr über die Arbeitsabläufe und trägt dazu bei, Unkräuter zu kontrollieren und der Resistenzentwicklung bei Gräsern vorzubeugen. Ein entscheidender Faktor ist, dass Herbizide eingesetzt werden können, die einen anderen Wirkmechanismus haben als Getreideherbizide.

  • Was sind die wichtigsten Unkräuter in Rapskulturen?

In Rapsfeldern findet man vor allem breitblättrige Unkräuter wie Kamille, Mohn, Storchschnabel und Hirtentäschel. Außerdem müssen die Landwirte Gräser wie Einjähriges Rispengras, Weidelgras, Ackerfuchsschwanz und seit einiger Zeit auch Mäuseschwanz-Federschwingel bekämpfen.

  • Wie werden Unkräuter in Rapsfeldern üblicherweise bekämpft?

Dänische Landwirte führen üblicherweise eine Vorauflaufbehandlung mit einer Mischung aus Clomazone und Pendimethalin und anschließend eine Behandlung mit einem spezifischen Herbizid gegen Ungräser im Herbst durch. In den letzten Jahren gab es Ausnahmeregistrierungen für Propyzamid, was wichtig ist, um die Resistenzentwicklung bei Gräsern zu verzögern.

  • Wie nützlich ist die Nachauflaufbehandlung von Unkräutern in Raps?

Wirklich sehr nützlich. Viele dänische Landwirte sind interessiert daran, diese Strategie zwischen September und November zu verfolgen, wenn ihr Arbeitspensum wesentlich geringer ist als kurz nach der Aussaat.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Landwirte nachsehen können, ob Unkräuter da sind, und wenn sie welche finden, können diese gezielt bekämpft werden. Seit nunmehr über 30 Jahren gibt es in Dänemark einen starken Druck, die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren. In keinem anderen Land sind die Pestizidsteuern so hoch wie hier! Daher haben die Landwirte großes Interesse daran, den Einsatz von Herbiziden zur Unkrautbekämpfung in ihren Rapsfeldern zu optimieren.

Die Unkrautbekämpfung im Nachauflauf würde auch etwas mehr Flexibilität im Hinblick auf die Spritztermine bringen. Im August kann Raps schnell auflaufen, sodass nur wenige Tage für die Ausbringung von Vorauflaufherbiziden bleiben. Die Nachauflaufbehandlung hat auch den Vorteil, dass keine zusätzliche Arbeit für den Landwirt anfällt, weil er bereits Herbstbehandlungen mit anderen Pflanzenschutzprodukten durchführen muss.

  • Was ist die Hauptfunktion von SEGES?

SEGES koordiniert nationale Sorten- und Pflanzenschutztests und neue Produktionsmethoden. Hinzu kommen Beratungstätigkeiten durch Agrartechniker und -berater sowie über seine Website, www.landbrugsinfo.dk.

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